Der Eklat mit Éclat Germany

Éclat Germany gegen die Bloggerwelt, ein Shitstorm, der momentan auf Facebook rumgeht. Da der Artikel thematisch noch etwas besser hierhin passt, veröffentliche ich ihn einfach parallel zu Hasencore, auch noch einmal hier.

Der eine oder andere wird es mitbekommen haben, Éclat Germany befindet sich im Krieg gegen die deutsche Bloggerlandschaft. Nach einer Testaktion, bei der ausgewählte Blogger jeweils zwei ausgewählte Produktproben erhielten, ist dort so einiges schief gelaufen.

Scheinbar wurden die Produktproben nur mit Zahlen und ohne weiteres Anschreiben und Absender verschickt, worüber sich einige Blogger wohl etwas pikierten und dies entsprechend in ihren Produktberichten zum Ausdruck brachten. Ich selber habe davon nichts mitbekommen, wurde jedoch heute Morgen auf die offizielle Stellungnahme aufmerksam.

In dieser Stellungnahme (die mit „eclat Germany vs. Blogger“ beginnt und dementsprechend schon äußerst „deeskalierend“ beginnt), wird der ganze Streit breitgetratscht, Privatnachrichten und Mails zitiert und in den Kommentaren sogar mit Anwälten gedroht und Rassismus unterstellt (Zitat: „Rassismus mehr nicht, es ist Schade denn wir geben auch Leuten mit Migrationshintergrund die Chance… Einfach nur traurig…“ und „Darauf hin haben wir nur geantwortet, dass es ggü. unseren Mitarbeitern eigentlich sehr rassistisch ist.“). Zusätzlich wurden Kommentare gelöscht und Leute blockiert. Unabhängig davon, was den eigentlichen Eklat letztendlich ausgelöst hat und wer, wie, wo und welche Schuld trägt, sollte man doch, gerade als Unternehmen, ein gewisses Maß an Professionalität wahren. 

Eine Stellungnahme voller Rechtschreib- und Grammatikfehler, Angriffe und Unterstellungen gegen Blogger und Kommentatoren, Zunge-Rausteck-Smileys, Blocken und Löschen? Sorry, aber für mich klingt es tatsächlich, als wäre diese ganze Aktion reichlich unüberlegt, dass die Beiträge und Kommentare mit Vorgesetzten abgestimmt wären, würde mich wundern.

Auch ich schrieb einen kritischen Kommentar über die Stellungnahme an sich, den Umgang mit Bloggern und die Art und Weise wie persönliche Nachrichten veröffentlicht wurden. Als Antwort kam darauf nur „Anhänger bleiben Anhänger und beschützen ihre Blogger“. Daraufhin wollte ich antworten, konnte jedoch auf einmal nicht mehr kommentieren. Dann eben hier: Ich habe weder eine Ahnung, welche Blogger kritisch geschrieben haben, noch interessiert es mich, dementsprechend bin ich auch kein „Anhänger“ dieser Blogger. Bei meinem Kommentar ging es darum aufzuzeigen, dass jegliche Professionalität verloren gegangen ist und man gerade als Unternehmen überlegen sollte, ob diese Art und Weise die richtige ist, um sich zu einer solchen Thematik zu äußern. Da ich ja nicht mehr kommentieren konnte, schrieb ich eine Nachricht, mit der Ankündigung, dass ich dann eben auf meinem Blog antworten würde, wenn ich keine Möglichkeit mehr bekommen würde, auf diese Unterstellung zu antworten. Zwischenzeitlich wurde der Kommentar seitens Éclat übrigens gelöscht und ich kann auch wieder kommentieren.

Unabhängig davon, wie Unternehmen mit Bloggern umgehen (schließlich müssen sie ja nicht mit ihnen zusammen arbeiten und ihnen überhaupt etwas anbieten), kann ich nicht verstehen, wie es immer noch Unternehmen geben kann, die dermaßen planlos an Social Media herangehen können, öffentlich pampig reagieren, Leute anprangern und kritische Kommentare löschen. Habt ihr noch immer nichts durch die bisherigen Shitstorms gelernt? Oder wollt ihr unbedingt euren eigenen kleinen Shitstorm um Traffic zu generieren? Man kann nun mal keinen unerfahrenen kleinen Praktikanten an solche Themen setzen. Ich persönlich fühle mich angegriffen wenn meine Kommentare gelöscht werden oder ich plötzlich nicht mehr kommentieren „darf“. Wenn ich etwas kritisch sehe, werde ich mich auch dementsprechend äußern, wenn mir die eine Plattform „untersagt“ wird, dann eben auf einer anderen. Liebe Unternehmen: Lernt bitte, euch sachlich mit kritischen Kommentaren auseinander zu setzen, egal was ihr vlt. persönlich davon haltet. Überlegt wen ihr an eure Kanäle setzt und ob derjenige objektiv bleiben kann. Kommentare löschen und pampig antworten und sogar öffentlich gegen bestimmte Personen mit Anwälten drohen, wirkt alles andere als deeskalierend.

2 Comments

  1. Antworten
    Nina 12. Januar 2014

    Stimmt Dir uneingeschränkt zu. Ich war auch nur bedingt betroffen, weil ich gleich zu Arfang die Kooperation abgelehnt hatte, als ich erfahren habe, welche Bedingungen gestellt wurden.
    Mal in Kurzform:

    1. Mal sollte vor Erhalt irgendwelcher Produkte schon einen Bericht schreiben und einen Banner auf die Startseite einbinden
    2. Man bekommt dann erstmal zwei Mini-Proben, über die man dann umfangreich berichten muss
    3. Aus den besten Berichten werden dann erst die finalen Tester ausgewählt, die dann eine Originalgröße zum Testen bekommen.

    Zu diesem „Vorab“-Test wurden unzählige Blogger angenommen, die dann auch schön fleißg die Bedingungen erfüllt haben. Wahrscheinlich (reine Vermutung) waren das über 100 Blogger, aus denen dann (wieder vermutlich) weniger als 10 Blogger als Partner ausgewählt werden. Die Firma hat somit ganz einfach und super billig hunderte von Berichen, Links etc. gesammelt.
    Da ich so etwas schon vorhergesehen hatte, habe ich damals gleich abgelehnt und auch ich habe ich sehr unfreundliche Mail darauf erhalten.

  2. Antworten
    catha 12. Januar 2014

    Nach wie vor kann ich lediglich mit dem Kopf schütteln.
    Guter Beitrag! Kann ich so unterschreiben :)

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